Bis zum Ende der 2000er Jahre bauten Tausende internationale Technologiefirmen in China nur Fabriken. Doch heute wandern auch Forschungs- und Entwicklungszentren nach Nordostasien aus.

Wie Siemens-Chef Joe Kaeser ankündigte, verlagert Siemens nun das Forschungsgebiet für die Digitalisierung der Industrie nach China. Die dortige Landesgesellschaft Siemens Ltd., China übernimmt die globale Führung im Bereich der autonomen Robotik, mit den Schwerpunkten mechatronische Systeme, Mensch-Maschine-Zusammenarbeit und Anwendungen der KI in der Robotik-Steuerung.

Mit diesem Schritt beugt sich Siemens politischem Druck, denn die Automatisierung der chinesischen Industrie ist eines der Zentralthemen, das die kommunistische Partei Chinas mit Milliardensubventionen vorantreibt. "Made in China 2025" nennt sich die Initiative, die auch die Akquisition des Augsburger Industrieroboterhersteller Kuka durch den chinesischen Hausgerätehersteller Midea im Jahr 2016 begründete.

Technologischen Gleichstand wird die chinesische Industrie mit dem Westen und Japan noch lange nicht erreichen. Zumal sich auch hierzulande die Erkenntnis durchsetzt, dass die Unterstützung deutscher Hersteller der beste Schutz gegen einen Angriff aus dem Osten ist.

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