Immer schnellere Prozessoren, günstigere Sensoren und eine Fülle an Open-Source Codes sind drei wesentliche Treiber, die den Einsatz von Industrierobotern befeuern. Dieser Trend hat mittlerweile auch mittelständische Unternehmen erfasst und wird weiter an Fahrt aufnehmen.

Bei modernen Industrierobotern scheiden sich die Geister -
doch was ist Mythos, was Tatsache?

Manche befürchten dabei, dass es zu einem Rückgang an menschlicher Interaktion und zum Verlust von Arbeitsplätzen kommen wird. Diese Bedenken sind nachvollziehbar, werden sie doch von populären Medien geschürt. Richtiger wäre jedoch, robotergestützte Automation mit Optimismus zu betrachten. Denn andere Technologien wie Elektrizität, Automobilität, Luftfahrt, Computer und das Internet haben gezeigt, dass sich mit pragmatischen Ansätzen mehr als nur Kompromisse erzielen lassen können. Grund genug für Farshchi, die fünf häufigsten Aussagen zur Industrierobotik unter die Lupe zu nehmen und sie als Tatsache zu bestätigen – oder aber als Mythos zu entlarven.

1. Roboter sind Job-Killer – MYTHOS!

Jedes erfolgreiche Produktions- und Logistikunternehmen setzt Robotik ein, um seine Effizienz zu steigern und Mitarbeiter von gefährlichen, monotonen und ungesunden Arbeiten zu entlasten. Mitarbeiter sind und bleiben dabei ein wichtiger Teil der Produktion, auch in automatisierten Unternehmen. Dies zeigt das Beispiel Tesla Motors, wo qualifizierte Arbeiter den Betrieb von Robotern überwachen und sich auf die Qualität der Produktion fokussieren. Die Mitarbeiter sind stolz darauf, zu einer neuen Fertigungsära zu gehören.

2. Nachhaltige Produktion erfordert Industrieroboter – TATSACHE!

Schlechte Manager stellen beim Erwerb einer Automatisierung die Anschaffungskosten der Anlage in den Vordergrund; gute Kaufleute betrachten deren Amortisationsperiode. Ein in zwei Schichten arbeitender Industrieroboter, der unter 100.000 Euro kostet, amortisiert sich bei richtigem Einsatz in nur einem Jahr. Weil er nicht krank wird, keine ausgedehnten Kaffeepausen macht und nahezu wartungsfrei ist. Die Vorteile sind so eindeutig, dass selbst im Niedriglohnland China führende Hersteller wie Foxconn voll auf innovative Automatisierung setzen.

3. Autonome Roboter sind zu langsam für besonders anspruchsvolle Aufgaben – TATSACHE!

Während der letzten DARPA Robotics Challenge wurde moniert, dass autonome Roboter selbst bei einfacheren Aufgaben noch langsam arbeiten. Seit die industrielle Bildverarbeitung Algorithmen entwickelt hat und sich die Prozessorleistung verbessert, steht die Geschwindigkeit kameragesteuerter Roboter der eines Anlagenbetriebs durch Bediener allerdings kaum mehr nach. Sicher, das allseits bekannte Falten von Handtüchern bleibt eine Aufgabe, die selbst für fortschrittliche Algorithmen eine Herausforderung darstellt. Kein mittelständischer Auftragsfertiger, der sich auf Kleinserien in der zerspanenden CNC-Herstellung fokussiert, benötigt jedoch Roboter, die Handtücher falten.

4. Roboter sind zu teuer – MYTHOS!

Die Kosten eines Robotersystems werden zu einem hohen Maß durch die Kosten des Aktuators bestimmt. Deren hohe Präzision sicherzustellen ist aufwendig und durch niedrige Stückzahlen verteilen sich die Fixkosten auf nur wenige Einheiten. Seit die Stückzahlen von Standardarmen allerdings rasant ansteigen, kommt es zu einer ebenso rasanten Kostenreduktion. Mittlerweile sind dadurch die Kosten einer Gesamtanlage auf ein attraktives Preisniveau gesunken. Vereinfachte Antriebe,  ein Preisverfall bei Sensoren sowie Kameras und Wettbewerbsdruck aus Asien befördern diese Entwicklung, sodass weitere Kostensenkungen zu erwarten sind.

5. Roboter sind schwer zu benutzen – TATSACHE!

Moderne Haushaltsgeräte, millionenfach und jahrzehntelang verkauft, ermöglichen eine äußerst einfache Bedienung. Das Gleiche könnte für Roboter gelten. Jedoch wird das sogenannte User Interface, wenn überhaupt eines zum Einsatz kommt, meist von denselben Programmierern gestaltet, die für die komplexe Programmierung der spezialisierten Hardware verantwortlich sind. Endanwender erwarten hingegen, dass sie Roboter nicht selbst programmieren oder kalibrieren müssen und eine Installation nach wenigen Tagen rund läuft. Bemühungen wie die des Robot Operating System (ROS) und Open Source Computer Vision (OpenCV) versuchen, Anforderungen zu vereinfachen, erfordern aber immer noch einen Doktortitel. Den Durchbruch wird es erst geben, wenn die Bedienung eines Roboters zum Kinderspiel wird.

Zum Artikel geht es mit untenstehendem Link:
https://www.telegraph.co.uk/business/ready-and-enabled/new-technology-adoption/

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